


Doors 19:30
Show 20:00
„Peace, love, unity and having fun“ - so heisst es doch im HipHop, oder? Aber wer hat Freude, wer ist Teil der Einheit? Wer wird mitgedacht und wer nicht? Pia Ringel, Azuka Angulo und Ida Winter wehren sich in B-Girl Battles und sprechen über den Sexismus, die Normen und die Ungerechtigkeiten, die ihnen begegnen. Im Einklang mit der Musik tanzen ihre Sneaker über den Boden. Ihre Körper formen sich zu Statements, wirbeln und schreien, drehen sich im Kreis und knallen die Tatsachen auf den Boden. Peace, love, unity and having fun, klar. Aber für wen?
B-Girl Battles ist ein Breaking Tanzstück, welches den Status Quo unserer Gesellschaft mit ihren sexistischen Strukturen reflektiert und herausfordert. Im Stück werden Genderfragen aufgeworfen und anhand persönlicher Geschichten sichtbar gemacht.
Welche Erwartungen werden uns aufgrund unseres (vermeintlichen) Geschlechts auferlegt? Pia Ringel, Azuka Angulo und Ida Winter thematisieren Sexismus und toxische Männlichkeit. Auf der Bühne reproduzieren und kritisieren sie den Status Quo und machen Vorschläge, wie dieser feministischer gestaltet werden könnte.
In B-Girl Battles werden strukturelle, vergeschlechtlichte Missstände der Gesellschaft anhand des Beispiels “Breaking” - oder Breaking Battle - sichtbar gemacht und thematisiert.
Dauer: 50 Min + anschliessendes Nachgespräch (ca. 20 Min)
Credits:
Choreografie & Tanz: Pia Ringel, Azuka Angulo, Ida Winter
Choreografische Begleitung: Arlette Dellers
Dramaturgie: Nora Steiner
Musik: Iman Ibragić
Styling: Niara Sakho
Licht: Samira Della Schiava
Produktionsleitung: Arlette Dellers
Zugänglichkeitsinformationen
Content Informationen:
Wir thematisieren Sexismus und toxische Männlichkeit. Im Stück werden explizit Waffengewalt und hierarchische, sexistische Gewalt dargestellt.
Sensorische Informationen:
Es wird laute Musik mit vielen Bässen gespielt. Es gibt schnelle und starke Wechsel im Licht, jedoch kein Strobo oder Blitzlicht.
In einer Szene kommen sehr hohe Töne vor. Während dieser Szene, und nur in dieser Szene, sind drei runde Lichtkegel diagonal auf der Bühne angeordnet zu sehen.
Sprache:
Im Stück wird wenig deutsche und schweizerdeutsche Lautsprache verwendet. Die Texte aus dem Stück können im Programmheft nachgelesen werden. Die Programmhefte sind auf englisch und deutsch verfügbar.
Das Q&A findet auf deutsch oder englisch statt, je nach Bedarf.
Weitere Informationen, die für das Publikum interessant sein könnte und auf der Webseite oder anderen Orten geteilt werden kann
Disclaimer:
Wir haben uns in diesem Stück entschieden, uns auf das Thema Sexismus zu fokussieren und dabei von unserer Sicht zu erzählen. Es ist nicht möglich, in einem
1-stündigen Stück der intersektionalen Vielschichtigkeit gerecht zu werden. Obwohl das Stück die Breaking-Szene verhandelt, ist diese Auseinandersetzung gesamtgesellschaftlich relevant. Im Mikrokosmos „Breaking” können Genderfragen aufgezeigt werden, die auch im Makrokosmos „Gesellschaft” eine zentrale Rolle spielen. Wir haben viel Liebe für die lokale Breaking-Szene und möchten zusammen mit ihr wachsen.
Hintergrund HipHop:
HipHop ist eine in den 1970er Jahren, in den sozial vernachlässigten Quartieren in New York entstandene Kultur von Schwarzen und LatinX Personen. HipHop formt sich aus den Grundelementen Breaking, Mcing, Writing und Djing sowie den Werten, die als Peace, Love, Unity and Having Fun zusammengefasst werden. HipHop entstand als Rückzugsort, um sich als Schwarze und LatinX Personen zu empowern. In der empowernden, antirassistischen Ausdrucksform des wurden jedoch sexistische Strukturen reproduziert. Seit der Entstehung wurde Hiphop weltweit bekannt. Mit der Globalisierung erlebt Hiphop jedoch auch eine starke kulturelle Ausbeutung aufgrund der Kommerzialisierung der einzelnen Elemente. Auch heute noch sind die Elemente vom HipHop stark cis männlich dominiert.
Hintergrund Feminismus:
Feminismus ist eine politische Bewegung, die sich gegen Ungleichheiten aufgrund von Geschlecht einsetzt und entgegen landläufiger Meinungen nicht als Hauptziel verfolgt, Frauen an die Macht zu bringen. Der Begriff Feminismus ist darauf zurückzuführen, dass in der ersten feministischen Welle Frauen gleiche Rechte für Frauen gefordert haben und sich mit Machtstrukturen auseinandergesetzt haben. Seither hat sich viel getan und die Dekonstruktion vom Patriarchat muss auf immer subtilere Art und Weise passieren. Was den heutigen Feminismus von älteren unterscheidet, ist wohl die Einsicht, dass erdrückende Machtverhältnisse in der Gesellschaft überall zu finden sind und es daher Sinn macht, intersektional zu denken und zu kämpfen.
Glossar:
Breaking: Ein Tanzstil der HipHop Kultur, fälschlich auch als „Breakdance“ bezeichnet.
BGirl/BBoy: Tänzer*in des Tanzstils Breaking. Als genderneutrale Bezeichnung kann der Begriff „Breaker“ oder „BKid” verwendet werden.
Black/Schwarz: ist eine politische Selbstbezeichnung und beschreibt nicht die Farbe der Haut, sondern weist auf ein globales, konstruiertes Machtgefüge hin.
LatinX: Menschen mit lateinamerikanischer Ethnizität.
Rassismus: Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden. Sie bewertet und hierarchisiert und bevorzugt weisse Menschen.
weiss: weiss ist eine politische Bezeichnung und bedeutet, dass du nicht von Rassismus betroffen bist.
Patriarchat: Beschreibt die strukturelle Bevorzugung von cis Männern und Männlichkeit.
Sexismus: Abwertung, Verletzung, Benachteiligung oder Unterdrückung einer Person oder Gruppe aufgrund des Geschlechts.
Feminismus: Setzt sich gegen Ungleichheiten aufgrund des Geschlechts ein.
Privilegien: Privilegien sind wie ein unsichtbarer Rucksack, den mensch ohne eigenes zutun bekommt und davon profitiert. Privilegien können sein: weiss-sein, cis sein, nicht behindert sein und vieles mehr
cis: Bezeichnet eine Person, die sich mit dem Geschlecht identifiziert, welches ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde.
trans: Bezeichnet eine Person, die sich nicht mit dem Geschlecht identifiziert, welches ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde.
Homofeindlichkeit: Lesben- und Schwulenfeindlichkeit.
Fettfeindlichkeit: Strukurelle Diskriminierung von dicken Menschen. Fehlschuss: Mehr Gewicht = weniger Attraktivität & Gesundheit = weniger Wert
Ableismus: Strukturelle diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen und/ oder chronischen Erkrankungen.
Intersektionalität: Bezeichnet die Überschneidung von strukturellen Machtverhältnissen und die Verwobenheit sozialer Ungleichheiten.